Ein weiblicher Triumph?

Da der Vorjahressieger Lionel Fumeaux altersbedingt nicht mehr teilnehmen kann, ist der diesjährige Wettbewerb sehr offen. William Birrer und Gabriel Murisier, Finalteilnehmer von 2015, werden mit Adline Vouillamoz, Mathilde Roh, Loïse Boulnoix oder Léonie Coquoz sehr wahrscheinlich vor einer weiblichen Armada stehen! Werden die 350 Solisten im Wettkampf am Samstag 3. Dezember in Sitten einen ersten weiblichen Triumph erleben?

Wer wird der Nachfolger von Lionel Fumeaux?
Wer wird der Nachfolger von Lionel Fumeaux?

Musik vom feinsten beim 22. Walliser Juniorensolisten- und Quartettwettbewerb (WJSQW): Am Samstag 3. Dezember treten im Kollegium Les Creusets in Sitten acht Quartette und 310 Solisten in den Kategorien Minis (98 Solisten), Kadetten (115) und Junioren (97) an. In zwanzig Jahren hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt. Das Finale findet um 20.00 Uhr statt, aber es wird leider nicht live vom Fernsehen Kanal9 übertragen werden können. Eine Alternativlösung wird noch geprüft.

Kampf auf hochstehendem Niveau – die Älteste kommt aus Ferden

Nach der letztjährigen altersbedingten Abwesenheit von Jérémy Coquoz, ist heuer der Sieger 2015, Lionel Fumeaux, von Alters wegen vom Wettbewerb ausgeschlossen (die Altersgrenze für die Teilnahme liegt bei 20 Jahren). Im Dezember 2015 waren die Mädchen in der Mehrheit im Finale – eine Premiere. Die Chancen stehen also gut, die gleiche weibliche Armada von 2015 mit Adline Vouillamoz (3. Platz), Mathilde Roh, Loïse Boulnoix und Léonie Coquoz wieder im Titelkampf anzutreffen. William Birrer (2. Platz) und Gabriel Murisier, der zum letzten Mal teilnehmen darf, werden alle Hände voll zu tun haben, um einen ersten – langersehnten – weiblichen Sieg zu vereiteln.

Lionel Fumeaux wird trotz der Alterssperre am Wettbewerb teilnehmen, jedoch nicht mit der Posaune, sondern mit dem Euphonium mit dem Godl Quartett aus Vétroz/Conthey. Punkto Alter: Die älteste Teilnehmerin kommt aus dem Oberwallis. Es handelt sich um Vera Bellwald, Euphoniumspielerin der Minerva Ferden, die am 28. Dezember ihren 20. Geburtstag feiern wird. Der jüngste Solist ist ebenfalls ein Mädchen: Chloé Derivaz, Kornettistin der Augaunoise St-Maurice, wird am 19. November, zwei Wochen vor dem Wettbewerb, 10 Jahre alt.

Eine Familienangelegenheit: neun Quartette beim Wettbewerb!

Insgesamt werden 310 Solisten versuchen, soweit oben wie möglich auf der Rangliste zu figurieren, und ab 8.45 Uhr im Kollegium Les Creusets in Sitten zu einem der grössten Musikwettbewerbe der Schweiz antreten. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer werden von einem Bruder oder einer Schwester begleitet. 41 Familien entsenden Geschwisterpaare.

Dieses Jahr kommen sogar neun im Trio: die Familie Boulnoix der Lyre Conthey, wo Loïse, Finalistin letztes Jahr, ihren älteren Bruder Romain und ihren jüngeren Bruder Noé mitbringt. Weiter kommen die Darbellays (Audrey, Florian und Yohan) der Avenir Sembrancher, die Délèzes (Arnaud, Lisa et Noé) der Rosablanche Nendaz, die Pierroz (Josselin, Léna et Noah) der Union instrumentale Liddes oder auch noch die Robyrs (Kévin, Morgane et Sarah) und die Savioz (Elodie, Gaëlle et Nathan) der Ancienne Cécilia Chermignon.

Kommt noch dazu die Familie Roh der Contheysanne Aven, wo Mathilde, 5. aller Kategorien letztes Jahr und Julien, Walliser Meister 2015bei den Kadetten in der Posaune, ihre kleine Schwester Emma beim Wettbewerb begleiten. Die gleiche Musikgesellschaft schickt ein weiteres Trio ins Rennen: die Sauthiers (Margot, Noé et Robin). Bei den Vuigniers der Echo de la Dent Blanche Les Haudères begleitet Nell, Walliser Meister bei den Minis 2015, ihre Geschwister Yohan und Eline.

 Teilnehmerrekord bei den Mädchen – Fast 10% Oberwalliser

Mit 46,8% (145 Teilnehmerinnen) gewinnt der Mädchenanteil noch einige Prozentpunkte gegenüber 2015 und nähert sich somit immer mehr der Parität. Eingeteilt nach ihrer Herkunft, kommen die Teilnehmer mehrheitlich aus dem Mittelwallis (173, oder 56%). Die Teilnehmeranzahl aus dem Oberwallis stabilisiert sich bei 28 Solisten (9,0%), während dem die Anzahl Vertreter aus dem Unterwallis rückläufig ist (109, oder 35%). Teilt man die Konkurrenten nach ihrem Wohnort ein, figuriert Chermignon zuoberst auf der Liste, mit 25 Konkurrenten, gefolgt von Orsières (22) und Bagnes (21). Aus dem Mittelwallis senden Nendaz (18), Conthey (15), Vex, ex-aequo mit dem Dörfchen Liddes (12) und Vétroz (10) mehr als 10 Solisten an den Wettbewerb. Die Top Ten wird von der Hauptstadt Sitten, Ardon und Lens, alle mit 9 Solisten.

Unter den Musikgesellschaften, die mehr als 10 Solisten entsenden, teilen sich die Ancienne Cécilia (17) aus Chermignon und die Concordia aus Bagnes (16) die obersten Plätze auf der Rangliste. Folgt ein Trio mit der Contheysanne aus Aven, der Rosablanche aus Nendaz und der Echo d’Orny aus Orsières, die jeweils 12 Solisten an den Wettbewerb schicken. Danach kommen die Edelweiss aus Orsières und die Union instrumentale aus Liddes (11). Die Edelweiss aus Lens (10), die Echo de la Dent Blanche aus Les Haudères und die Echo des Glaciers aus Vex (beide 9) schliessen die Top Ten ab.

Internationale Solisten unter den Experten

Um all diese Konkurrenten zu beurteilen, haben die Organisatoren neun Experten engagiert, darunter drei international bekannte Solisten: Martin Winter (GB), ehemaliger Principal Cornet der berühmten Desford, Harmen Vanhoorne (BEL), Principal Cornet der BB Buizingen und Solisten-Europameister 2010 und Brett Baker (GB), Solo- Posaunist der Black Dyke. Sechs Schweizer Jurymitglieder werden sie begleiten: Corsin Tuor (LU), Jean-Claude Kolly (FR), Christoph Luchsinger (TG), Jan Müller (BE), Nicolas Papaux (FR) und Daniel Bichsel (BE).

Für die Qualifikationen am Morgen beurteilt jeweils nur ein Jurymitglied die Vorträge. Dies ist immer eine schwierige Hürde. In der Tat werden nur 80 Solisten (ebenfalls aufgeteilt zwischen den 102 kleinen und den 110 grossen Instrumenten) am eigentlichen Wettbewerb am Nachmittag (ab 13.30 Uhr) teilnehmen, wo die Juroren im Tandem wirken. Die Chance, sich zu qualifizieren steht also genau bei 1:3.

Effiziente Organisation

Der Erfolg dieses 22. WJSQW entschädigt auch die Grosszügigkeit der Hauptsponsoren: Die Loterie Romande, die Bank Raiffeisen, Energies Sion Région (esr), der Staat Wallis und der Walliser Musikverband. Der Spezialpreis des „Nouvelliste“ zeichnet den jüngsten Teilnehmer am grossen Finale aus.

Gut 200 Freiwillige tragen zum guten Gelingen dieser Veranstaltung bei, die von der Persévérante aus Plan-Conthey, der Marcelline aus Grône und der Concordia aus Vétroz organisiert wird. Die vergangenen Ausgaben des Wettbewerbs haben jedes Mal ein zahlreiches Publikum angezogen, haben doch nicht weniger als 1200 Personen diesem musikalisch hoch stehenden Wettbewerb beigewohnt.

Mehr als 8000 Konkurrenten in 22 Jahren

Seit seiner Gründung im Jahre 1995 hat der WJSQW, einer der grössten Musikwettbewerbe in der Schweiz, 6981 Jugendlichen (zwischen 10 und 20 Jahren) erlaubt, sich aneinander zu messen. Der Wettbewerb steht Blechblasinstrumenten offen: Cornet, Flügelhorn, Trompete, Althorn, Bariton, Euphonium, Posaune und Bass. Wenn man die 786 Musiker, die am Quartettwett-bewerb teilgenommen haben, dazuzählt, kommt man auf die stolze Zahl von 7749 Teilnehmern.


Acht Formationen bei den Quartetten

Für die 20. Ausgabe des Quartettwettbewerbs (diese Kategorie wurde erst 1997 eingeführt) steht der Sieger der Oberklasse bereits heute fest: Shake Brass, das letztjährige Siegerquartett, tritt dort nämlich alleine an. Die vier Musiker werden „Phantasie“ vom englischen Komponisten John Golland interpretieren.

Das Quartett Shake Brass steht als Sieger der Oberklasse bereits heute fest!
Das Quartett Shake Brass steht als Sieger der Oberklasse bereits heute fest!

In der Mittelklasse hingegen starten sechs Formationen mit einer Neukomposition von Ludovic Neurohr „Household’s Ghost“ gegeneinander an. A votre Portée! aus St-Maurice, l’Echoweiss aus Lens, Godl Quartett aus Conthey/Vétroz, Les Pitchounes aus den Haudères, Minerva aus Bagnes und das Smurfs Quartet aus Salins treten gegen den Titelverteidiger an, das LCCS School Band Quartet, dessen Name an das Kollegium Les Creusets errinnert, wo der Wettbewerb stattfindet.


Der Zeitplan

Der Walliser Juniorensolisten- und Quartettwettbewerb findet am Samstag 3. Dezember 2016, im Kollegium Les Creusets, in Sitten statt. Der Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • 08.45 Uhr Beginn des Qualifikationswettbewerbs für die Junioren
  • 13.30 Uhr Beginn der Walliser Meisterschaft der Juniorensolisten, der Minis und der Quartette
  • 19.00 Uhr Finale der Minis
  • 20.00 Uhr Grosses Finale der Junioren